Das Jahr 2018 neigt sich rapide dem Ende zu. Und während wir alle mitnichten innehalten, sondern unnachgiebig voranstreben, geziemt sich doch ein resümierender Blick zurück – und dann um so entschlossener voraus!
Noch kurz vor Jahresende 2017 war Jack Donovans Nur Barbaren können sich verteidigen erschienen. Dessen Übersetzung hatte ich zwar bereits im März des Jahres fertiggestellt; es bedurfte zur letztlichen Veröffentlichung aber erst des Drängens vom Autoren, weil sich – wie so oft – etliche andere Projekte dazwischenschoben. Bestimmend für 2018 wurde nichtsdestoweniger meine Entscheidung, den für gründliche Arbeit unerläßlichen Mindestabstand zur “Szene” zurückzugewinnen.
Von da ab also flexibleres, vielfältigeres und freieres Schaffen in einem recht erfolgreichen Jahr 2018, das sich bis auf weiteres nahtlos fortsetzen wird! Unter anderem auf der Haben-Seite zu verbuchen bzw. ausstehend und absehbar:
Résumé 2018 I
- Der Verbreiterung meiner eigenen Autorschaft diente einerseits der Ausgriff auf die österreichische Verlags- und Publikationslandschaft, andererseits die Zusammenarbeit mit für mich bewährten (Der Eckart, Neue Ordnung, Aula selig) wie neuen Zeitschriften. Von letzteren ist an erster Stelle die COMPACT zu nennen, für die ich im auslaufenden Jahr sowohl Alexander Dugin übersetzen wie auch ein hochaufschlußreiches Gespräch mit Richard Spencer führen durfte.
- Hinzu kamen 2018 außerdem eine Reihe neuer Weblogs als Betätigungsfelder, etwa Arcadi. Besonders gefreut hat es mich, mit Prof. Dr. Kevin MacDonald zusammenarbeiten und einen Aufsatz bei The Occidental Observer veröffentlichen zu können. Als Autor von The Culture of Critique ist “KMac” immerhin geradezu konstitutiv für die Alt-Right. Für das kommende Jahr ist eine weitere Vertiefung vor allem der Online-Zusammenarbeit mit unseren Freunden in Übersee geplant – man darf gespannt sein!
- Unbeschadet der beträchtlichen Veränderungen zum Jahreswechsel 2017/18 gab es 2018 noch eine lange Reihe begonnener Projekte zu einem guten Ende zu führen. Erfreulicherweise konnte nach einem verlegerischen Kraftakt – alle Achtung, Jungeuropa! – bereits zu Beginn des Frühjahrs Sea Changes erscheinen. Der (leider) sehr weitsichtige Debütroman Derek Turners von 2012 ist seither endlich in deutscher Sprache verfügbar. Das Heerlager der Heiligen von Jean Raspail hat somit seine verdiente, dem Hier und Jetzt angemessene Ablösung gefunden! Und es kommt nicht von ungefähr, daß seit 2018 auch eine filmische Umsetzung in der Luft liegt…
Résumé 2018 II
- Beinahe zeitgleich erschien im Frühjahr 2018 dann auch die Übersetzung von Camille Paglias Free Women, Free Men. Haha, wir haben alle sehr gelacht. Ich jedenfalls hatte bei meiner Übersetzung von 70 % des (Rest-)Gesamtbuchs viel Spaß und konnte mich in einen ideologisch fremden Standpunkt hineindenken. Außerdem ist das Buch jetzt halt Kontrebande; sowas muß man immerhin auch erst einmal auf den Weg gebracht haben.
- Als letzter, sehr arbeitsintensiver literarischer Beitrag aus meiner Feder erschien pünktlich zur Frankfurter Buchmesse 2018 die Übersetzung von Martin van Crevelds Hitler in Hell. Was er noch zu sagen hätte …. Offen gestanden, hatte ich mich von Anfang der Arbeit an diebisch auf die erwartbaren “szene”internen Reaktionen gefreut, die natürlich nicht ausgeblieben sind. Wer bei der Grundlagenarbeit davor zurückschreckt, die “eigenen Leute” aus ihrer Komfortzone herauszutreten, der kommt eben nicht weit. (An dieser Stelle ein anerkennendes Nicken an die Clique um Marx von rechts! Wohin dieses ikonoklastische Werk seinen Weg noch so finden mag, wird sich dann im neuen Jahr ebenfalls erweisen…)
- Und dann war da 2018 noch Semriach samt Appendix. Eine eingedampfte, popularisierte Fassung meines Vortrags kann man seit kurzem in der neuesten Ausgabe von Info-DIREKT nachlesen. Die vollwertige, noch um wertvolle Anmerkungen ergänzte Version wird dann – wie angekündigt – alsbald zusammen mit den anderen Vorträgen seitens des IfS veröffentlicht werden. Neben der bereits angesprochenen Colette M. Schmidt vom Standard kann ich an dieser Stelle schon einmal auch dem Historikerkollegen Volker Weiß das Sparen auf ein Exemplar empfehlen. Er möchte sicher gern nachlesen, was ich zu dem kreativen Umgang mit Sekundärquellen in seiner sogenannten Studie Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes zu sagen habe… Und apropos Revolte! Wer sich radikal genug fühlt, um tatsächlich an die Wurzeln zu gehen: Günter Bartschs großen kleinen Klassiker Revolution von rechts? hat man einfach gelesen zu haben, wenn man statt bloß einer Meinung auch eine Ahnung haben möchte.
Ausblick
- Nach 2018 geht es 2019 also zünftig weiter. Es sei an dieser Stelle – ergänzend zu oben – noch nicht zuviel verraten. Aber: Zumindest steht schon einmal eine aufregende Zusammenarbeit mit einem neuseeländischen Kulturwissenschaftler an, die nicht nur ein lange verschüttetes Werk einem deutsch- wie englischsprachigen Publikum wieder zugänglich machen wird, sondern auch aus nicht wenigen übergroßen Egos in der “Szene” ein wenig die Luft herauslassen dürfte. Das wird sicher auch die drei Leser vertrösten, die in der Zwischenzeit nach dem Stand der Übersetzung von Putin vs Putin. Vladimir Putin Viewed From the Right gefragt haben. Manchmal muß man eben Prioritäten setzen, und im Augenblick bieten sich eben etliche großartige Chancen, die (zeitlich) vorzuziehen sind. Keine Bange, es wird alles fertig!
Oh what fun. Mir verbleibt nun eigentlich bloß noch, allseits einen geruhsamen Jahreswechsel zu wünschen. Ich für meinen Teil werde mich im Rest von 2018 meiner noch offenen Lektüre widmen, um nicht mit angelesenen Büchern ins neue Jahr gehen zu müssen. Es sind dies Entsichert von Terkessidis und Holert (hochinteressant und sehr zu empfehlen) sowie Unsere postmoderne Moderne von Wolfgang Welsch (Klassiker, den schon Mohler im Criticón empfahl).
Einen schönen Abend allerseits, und ab morgen gilt dann für 2019: Zu neuen Ufern in alter Frische! Gleich als erste Amtshandlung stehen ein paar Podcasts und Livestreams an…

