Opposition, Aktivismus und operative Hygiene

Ein bereits etwas älterer englischsprachiger Aufsatz – einige strategische Gedanken über den Aktivismus der unorthodoxen Dissidenz – hat seinen Platz beim Occidental Observer gefunden!Das renommierte HBD– und Kultur(-kritik-)kritikblog wird betrieben von der Charles Martel Society und fungiert als Online-Nachrichtenpendant zur gedruckten Vierteljahrsschrift The Occidental Quarterly. Herausgeber ist Professor Kevin MacDonald, das sogenannte „Monster von Long Beach“ (aber tatsächlich ein ausgesprochen höflicher und angenehmer Gesprächspartner), der mit seiner Publikationstrias rund um das epochale The Culture of Critique von 1998 bekannt und berüchtigt wurde. Näheres zu Person und Werk hat Andreas Vonderach für die Sezession zusammengefaßt; ich verweise außerdem auf meine Feldskizze für Alt-Right-Neueinsteiger von 2015.

Von ihm stammt die Analyse des Judentums als „gruppenevolutionäre Strategie“, deren zugrunde liegendes Theorem Alex Kurtagić gar zu einem – allerdings in die Gegenrichtung steuernden – Lied seines Black-Metal-Einmannprojekts Benighted Leams inspiriert hat:

Meinen Aufsatz »Operational Hygiene« über die Sphären des dissidenten Aktivismus und ihr Verhältnis zueinander ist nicht ganz taufrisch: Ursprünglich entstand er auf Einladung der Herausgeber für das just in diesen Tagen erschienene große Selbstvorstellungs- und Theoriebuch der Alt-RightA Fair Hearing. Leider war der Text – zum Gutteil zwischen den Feiertagen Ende 2017 geschrieben – nicht fristgerecht fertig, und so wandte ich mich auf den Rat einiger Beteiligter hin an Prof. MacDonald, der ihn auch sogleich als »excellent contribution« annahm.

Kampf auf allen Ebenen

Im Text selbst habe ich im wesentlichen versucht, das von Benedikt Kaiser in seinem hochwichtigen und unbedingt zur vorbereitenden Lektüre empfohlenen Essay »Mosaik-Rechte und Jugendbewegung« skizzierte Modell einer transversalen Dissidenzbewegung mit den Erfahrungen zum Aktivismus aus Memetic warfare und Charlottesville in einer Synthese zusammenzuführen. Beim Nachdenken über diesen Themenkomplex entstand einmal mehr einer der politisch stets bedeutsamen Dreiklänge, diesmal dem des jeweils unterschiedlichen Aktivismus von Organisations-, Aktions- und Simulationssphäre – letzterer Terminus wohlgemerkt unter poststrukturalistischen Vorzeichen; vgl. insbesondere Jean Baudrillards »Die Präzession der Simulacra« (in: Agonie des Realen) sowie Transparenz des Bösen.

Was hingegen die absolute Antithese zu einer derartigen – auch von den etablierten Medien im Hinblick auf die AfD befürchteten – idealen Strategie des organisatorischen „Getrennt marschieren, vereint schlagen“ darstellt, sind Einzelpersonen, die alles gleichzeitig und ganz allein vollbringen (vor allem aber: kontrollieren) wollen. Damit ist in unserer Zeit der Massenlethargie kein Staat mehr zu machen, so es denn überhaupt jemals anders gewesen sein sollte.

Man kann nicht Autor, Aktivist, Denker, Leiter irgendeiner Institution und am Ende auch noch Gschaftlhuber in der jeweiligen mehr oder minder rechtsdissidenten Partei des eigenen Landes sein, ohne in sämtlichen Teilbereichen in Stümperei zu verfallen. Stattdessen gilt es, die eigene Begabung zu erkennen, um sich dann voll und ganz dem entsprechenden Betätigungsfeld zu widmen – das lehrt eigentlich schon der vielgeschmähte „gesunde Menschenverstand“. Das ist in groben Zügen das, worum es mir (abgesehen von einigen Nebenkriegsschauplätzen) im Essay geht. In extenso lesen kann und sollte man ihn hier.

Meinung?

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von Anders Noren.

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