Sander – ein Zwischenruf

Lesedauer: 4 Minuten

Hans-Dietrich Sander, „nationaler Dissident“ und Herausgeber der Staatsbriefe, verstarb am 25. Januar 2017 mit 88 Jahren. Zu seinem zweiten Todestag erreichte mich eine überraschende Depesche…

… wenn auch nicht aus Lucera. (So der Titel der Kolumne, die Siegfried Ostertag in den Staatsbriefen von 1995 bis zur Einstellung 2001 schrieb.) Der Absender war vielmehr Heiko Luge, Herausgeber der sehr lesenswerten Grenzgänge sowie publizistischer Nachlaßwalter des Verstorbenen. Luge gibt seit 2016 Band für Band die Sander-Werkausgabe heraus. Anlaß seiner Wortmeldung war ein en passant in die Tasten gehauener Netzkommentar von mir. Thema war dabei die Frage nach der Originaltreue der wiederaufgelegten Texte:

Sander damals wie heute

Die erwähnte, bereits eine Weile zurückliegende Friktion ergab sich natürlich aus später Nacharbeit an meiner alten Hamburger M.A.-Thesis über die Staatsbriefe und tut hier nicht weiter zur Sache. Viel interessanter und wichtiger für an Sander und seinem Werk Interessierte ist Luges Stellungnahme zum Obigen. Mit dankenswertem Einverständnis des Verfassers gebe ich sie hier wieder. (Erleichtert habe ich sie lediglich um Stellen, die nicht unmittelbar mit dem Gegenstand zu tun haben.)

Betr. Sander-Edition

Ich bin mit Sander knapp 25 Jahre bekannt gewesen […]. Das Buch-Projekt ist eine gemeinsame Idee von Sander und mir gewesen, mit einer mehrjährigen Vorlaufzeit. Als wir beide überlegten, wie die teilweise 30 Jahre alten Texte herausgebracht werden sollten, verwies Sander auf das im Nationalen Imperativ von ihm selbst erwähnte und praktizierte Konzept der „fortlaufenden Aktualisierung“. So wurde dann auch verfahren.
Sander änderte noch etliche vorgesehene Texte selbst ab, strich einzelne Passagen, schrieb Ergänzungen, sogar neue Kapitel (z.B. für „Die Auflösung aller Dinge“), diktierte mir noch kurz vor seinem Tod einige wichtige Dinge, die er im „Tragischen Interludium“ enthalten haben wollte uswusf. Kurz: Mir liegt ein umfangreiches – von Sander höchstpersönlich redigiertes – Aktualisierungsmaterial vor, das ich selbstverständlich auf seinen Wunsch mit eingearbeitet habe bzw. noch einarbeiten werde (einige Titel sind ja noch gar nicht veröffentlicht).

Zusätzlich habe ich gemäß dieses Sanderschen Wunsches nach „fortlaufender Aktualisierung“ ab und zu selber geringfügige Eingriffe vorgenommen, die Sander vor der Finalisierung zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt worden sind.
Die ersten Bände der Edition hat er zudem noch persönlich von mir überreicht bekommen und sich nach der Lektüre begeistert über das Ergebnis gezeigt. […] Sander war bis kurz vor seinem Tod geistig absolut wach und rege. In der ersten Januarwoche 2017 besuchte ich ihn noch in Fürstenwalde und konnte mir einen eigenen Eindruck von ihm verschaffen […].

Die Edition ist im übrigen nie als „wissenschaftliche Dokumentation“ konzipiert gewesen […], sondern als eine Art Brevier, um die wesentlichen Gedanken und Ideen Sanders in übersichtlicher, thematisch geordneter Form an eine dafür offene Leserschaft zu tragen. […] Sie sehen an meinen länger als erwartet ausgefallenen Erläuterungen, daß es mir wichtig ist, etwaige Mißverständnisse oder Mißdeutungen auszuräumen. Denn es wäre schade, wenn sie bei dem einen oder anderen den Zugang zu Sanders geistigen Kosmos verbauen würden.

Danke für diese Klarstellung – ich habe offenkundig vorschnell geurteilt.

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