Siegfried Gerlich gegen die »ewiggestrigen Blechtrommler«

Lesedauer: 3 Minuten

Siegfried Gerlich, Autorenkollege bei der Sezession, hat einmal ausgezeichnete Medienkompetenz an den Tag gelegt – die sollte keinesfalls vergessen werden. Darum hier nun ein Klassiker aus dem Archiv!

Da meine ursprünglich am 31. Mai 2016 veröffentlichte Würdigung des Umgangs von Siegfried Gerlich mit den Anwürfen des Tintenritters Andreas Öhler seltsamerweise spurlos aus dem Netz verschwunden ist, sei sie hier aufs Neue unverändert dokumentiert – und zur Nachahmung empfohlen, statt sich mit der Journaille ins Bett legen zu wollen!

Siegfried Gerlich, studierter Philosoph und Musikwissenschaftler, ist seit etlichen Jahren Autor der Sezession. Zuletzt erschien im aktuellen Aprilheft ein Porträt des britisch-kanadischen Psychologen John Philippe Rushton. Aufgrund seines publizistischen Wirkens auf der falschen Seite der Wohlfühlgrenze hat sich nun ein alter Freund öffentlich von ihm gelöst – was die Zeit-Beilage Christ & Welt dokumentierte.

Der Ausschlag zu diesem ausgesprochen lesenswerten Austausch kommt von Christ & Welt-Kulturredakteur Andreas Öhler: Gerlich sei für ihn »hinüber«, weil »hinübergewechselt« (schlechtes Wortspiel im Original) zu den Schmuddelkindern, die ohne Unterlaß »so unschuldig zündeln«. Das Allerschlimmste daran: Nicht einmal aus »tagesopportunistischen Motiven, aus Frust oder Angst«, sondern wohlüberlegt und konsequent.

Es springen dem Leser des Öhler-Briefs zwei Dinge förmlich entgegen: Einerseits die obsessive Fixierung Linker, die Rechte beschreiben, auf eine letztlich durch Furcht motivierte Haltung. Man kann dazu auch die Juni-Ausgabe des Kursbuch lesen; die fließt förmlich davon über, und kein Artikel kommt ohne das Wort „Angst“ aus. Da die „Willkommenskultur“ der Wir-schaffen-das-Republik das Erbe der Aufklärung und alleinig vernunftgemäßes Handeln für sich reklamiert, ist es offenbar einfach nicht vorstellbar, daß sich intelligente Menschen aus freien Stücken und mit voller Absicht für einen Weg entlang des »schmalen Grats« entscheiden.

Zweitens, und das ist vielleicht noch viel bedeutsamer: Wovor der »Moraltrompeter von Säckingen« (Gerlich über Öhler) letztlich fassungslos steht, ist, daß Gerlich tatsächlich Ernst gemacht hat. Ernst gemacht mit einer wirklichen Überzeugung, die sein alter Weggefährte zuvor nicht für voll genommen hatte, weil er es 1) schlicht nicht für möglich gehalten hatte, daß sich einmal die Stimmung im Lande deutlich gegen den Status quo aus liberaler Selbstbespiegelung wenden könnte, und weil 2) der Austausch beim Wein unter gelehrten Freunden in heutigen Zeiten anscheinend nur noch aus »kleinen philosophischen Knallfröschen« besteht, die manchmal krachig sind, aber nie wehtun.

Es ist aber eben nicht alles irgendwie „meta“ und „ironisch“; es gibt noch ernstes Werk zu tun. So ist denn auch Gerlichs Replik – ganz wie sein seine kühle Abfertigung Peter Trawnys in der aktuellen TUMULT – sehr souverän: Wer »mit all diesen Oskar Matzeraths« herumkumpelt, die die Republik mittlerweile zu bieten hat und die sich in ihrer hypermoralischen Kanzelpose auch noch pudelwohl fühlen, der kann eben einfach nicht aus seiner Haut. Schade drum, mehr aber auch nicht.

Siegfried Gerlich, der in drei Wochen Hauptredner beim IV. Staatspolitischen Kongreß sein wird, hat ein geradezu emblematisches Zeugnis einer eigenen Haltung abgeliefert; das ist heutzutage selten genug! Einer Veröffentlichung gerade im Zeit-Appendix zuzustimmen, war mutig; daß diese tatsächlich stattgefunden hat, überrascht. Für ehrlich Interessierte liefern diese zwei Briefe um Längen mehr Einsichten in eine geistige Position, als die Pressebesuche der vergangenen Woche bislang abgeworfen haben.

Siegfried Gerlich bei Antaios:
+ Einblick in ein Gesamtwerk. Siegfried Gerlich im Gespräch mit Ernst Nolte, Schnellroda 2005 – hier ansehen und bestellen!
+ Ernst Nolte. Portrait eines Geschichtsdenkers, Schnellroda 2009 – hier ansehen und bestellen!
+ Richard Wagner. Die Frage nach dem Deutschen, Wien 2013 – hier ansehen und bestellen!

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