Reconquista Germanica: Inspiration vs. Imitation

Sticker von Reconquista Germanica
Lesedauer: 7 Minuten

Reconquista Germanica – ein Gruß

Wie bereits eingangs gesagt: „Reconquista Germanica“ ist eine grundsätzlich sehr lobenswerte Vernetzungs- und Organisationsplattform und wird es auch bleiben. Zumindest so lange, wie Discord den Server dort noch duldet – angesichts des Medieninteresses wird es sicher nicht lange dauern, bis erste Versuche einer Eindämmung oder Tilgung des Phänomens kommen.

Um so mehr sollte man sich dort darauf konzentrieren, nicht allzu klischeehaft „deutsch“ an die Arbeit zu gehen, also sich möglichst straff formieren, Neuzugänge einwerben und sich schlimmstenfalls nach PEGIDA- oder IB-Vorbild am Ende noch als Verein eintragen lassen zu wollen. Im Zusammenhang damit sind auch die engen Anbindungen an bestehende, auf ganz anderen Ebenen arbeitende Organisationen wie die Junge Alternative und die Identitäre Bewegung nicht unproblematisch, weil so etwas zwar Festigkeit gibt, aber damit eben auch den Spielraum beschneidet: Determinatio est negatio.

In diesem Fall gilt nicht Frank Herberts »Das Spice muß fließen«, sondern »Die Meme müssen frei flottieren«. Die beflügelnde Wirkung ist die gleiche. „AfD-Chan“ und „Putsch-Chan“ haben bereits vorgemacht, wie so etwas charmant-spielerisch zu bewerkstelligen ist – und für schwere Bestürzung etwa bei den Junggealterten von BuzzFeed gesorgt, genau wie es sein sollte. Es kommt ja nicht von ungefähr, daß man die memetische Gefechtsfeldbeleuchtung von „RG“ seinerzeit selbst überm Großen Teich wahrgenommen hat, nämlich bei AltRight.com:

AltRight.com
»German Mainstream Media Blames Right-Wing Memes For AfD Gains«

Es gilt für „Reconquista Germanica“, zu dieser Form zurückzufinden. Ich kann das nur unterstützen, hoffe auf einen Lerneffekt nach dieser eher groben Aktion und möchte mit dem abschließenden Aufruf enden:

Es braucht nur den Willen, aus der altbekannten Lethargie und dem Jammern über schlechte Presse herauszukommen, um die vom politischen Gegner in die Welt gesetzten Schlagworte und Inhalte »umzudrehen«, emotional neu aufzuladen und zum eigenen Vorteil einzusetzen. Dazu braucht es wenig Zeitaufwand: Die wesentliche Funktion der sozialen Netzwerke des Web 2.0 ist das »(Mit-)Teilen«, und so reicht es vollkommen, ein neues Mem gut sichtbar zu plazieren und den Replikatoren ihren Lauf zu lassen. Kreative, ans Werk!

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