Charlottesville ein Jahr danach – was bleibt?

Charlottesville als Fanal

Der Berichte über das Geschehen vor einem Jahr sind viele. Als Augenzeuge hat sich zuletzt unter anderem Alex McNabb bei Jim Goad (und zwar hier) zum Geschehen geäußert. Der „undoxbare“ McNabb ist Notfallsanitäter und hat 2017 viele der von Polizei und Linken verletzten Charlottesville-Teilnehmer erstversorgt. Sehr hörenswerte Einlassung!

Hinzu kommt erneut der Sammelband A Fair Hearing, auch in dieser Hinsicht unumgänglich. Der Rechtsanwalt Evan McLaren war geschäftsführender Direktor des National Policy Institute und stellvertretender Chefredakteur von AltRight.com. Sein Beitrag »Ground Zero at Charlottesville« leitet den zweiten Hauptteil von A Fair Hearing ein. McLaren hat Vorbereitung, versuchte Durchführung und wortwörtliche Niederschlagung von „Unite the Right“ vor Ort miterlebt. Er stellt klar, was in der Stadt in Virginia an jenem schicksalhaften 12. August geschah – und was nicht.

Wir kamen nach Charlottesville, um ein neues Bewußtsein zu entzünden. Was wir dort vorfanden, war eine Herausforderung. Es war eine Prüfung unserer Bereitschaft, für unsere Haltung als Schurken angesehen zu werden, um eines Tages als Helden in eine neue Welt schreiten zu können.

Den an dieser Stelle geplanten Exkurs über »Charlottesville: Folgen vor Gericht« habe ich gestrichen. Erstens ist die Lage ein Jahr später noch immer sehr unübersichtlich. Zweitens hat sich leider nichts Unerwartetes getan. „Die Rechten“ wurden allesamt von Anfang an wie Schwerverbrecher behandelt. Dementsprechend auch ohne Möglichkeit, auf Kaution freizukommen, eingesperrt.

Christopher Cantwell ist seit dem 20. Juli durch einen Deal aus dem Schneider. Er hatte ein Vierteljahr im Gefängnis verbracht, weil er in Notwehr Pfefferspray eingesetzt hatte. Die Angeklagten für die Schlägerei mit dem Gegendemonstranten DeAndre Harris wurden zu grotesk hohen Strafen verurteilt, darunter zehn Jahre Haft und 20 000 Dollar Geldstrafe für Jacob Scott Goodwin. Das alles für eine Schlägerei, die Harris erwiesenermaßen angefangen hatte – der wiederum zwar angezeigt, aber freigesprochen wurde.

James Fields, der Unglücksfahrer, ist seit nunmehr einem Jahr in Haft. Bundesbehörden haben seinen Fall an sich gezogen. Sie legen ihm derzeit 30 einzelne Hate-crime-Straftaten zur Last. Hinzu kommen noch etliche weitere Anklagen auf Bundesstaatsebene, darunter auch Mord. Im Bundestaat Virginia droht ihm dafür die Todesstrafe. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Fields‘ Verhandlung einen Präzedenzfall schaffen soll. Mehr wissen werden wir voraussichtlich erst Mitte Dezember.

Alles in allem ist trotz diverser Kritikpunkte Spencer zuzustimmen:

Die Konservativen […] wollen die bestehenden Institutionen und Autoritäten unterstützen, das ist eine durch und durch konservative Haltung. Aber was wir erleben mußten, war ein totaler Verrat, eine Situation, in der genau diese bestehenden Institutionen uns fertigmachen wollten und zuließen, daß der Antifa-Abschaum unsere Rechte mit Füßen trat. Sie ließen zu, daß das völlige Chaos losbrach – klassische Anarchotyrannei.

Daraus allerdings muß man lernen. Fool me once, shame on you. Fool me twice, shame on me.

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von Anders Noren.

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